von der Vorlage bis zur Stickerei
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Die Vorlage

Die     Vorlage     für     ein     Stickmuster     kommt meistens   direkt   vom   Kunden   als   fertiges   Logo, Zeichnung    oder    Schrift,    je    nachdem    welche Wünsche   der   Kunde   hat.   Von   dem   gewünschten Muster   wird   die   Vorlage   wird   direkt   auf   den Bildschirm    eingescannt,    bzw.    als    Grafikdatei eingelesen.   Beim   Einscannen   oder   Einlesen   auf den   Bildschirm   ist   jenach   Qualtität   der   Vorlage die   Bearbeitung   des   Musters   zeitaufwendiger. Uns    stehen    für    die    Arbeiten    die    modernste Hard-    und    Software    zur    Verfügung.    Bei    der Programmierung     des     Musters     müssen     alle notwendigen    Daten    festgelegt    werden,    wie z.B.     die     Stichart,     die     Stichlängen,     die Stichdichte,   die   einzelnen   Farben   und   deren Reihenfolge usw. usw.

Punchen

Schon       das       Punchen,       so       heisst       der branchenübliche       Fachausdruck       für       das Digitalisieren   ihrer   Grafik,   ist   entscheidend   für die   spätere   Qualität   der   Stickereien.   Deshalb erfordert    gerade    diese    Arbeit    eine    grosses Fachwissen und Erfahrungen. Die    Ausgabe     der     Stickdateien     erfolgt     auf digitalen    Datenträgern,    bzw.    wird    über    das Firmennetzwerk   gespeichert. Allgemein   gilt,   je kleiner     die     Details     oder     Schriften,     desto weniger       Gesamtdetails       können       gestickt werden,      da      ansonsten      die      Textilfaser geschädigt   werden   könnte   und   ihre   Werbung nicht   mehr   lesbar   ist.   Aus   diesem   Grund   sollte die     Schrift     eine     Größe     von     6     mm     bei Kleinbuchstaben nicht unterschreiten.

Probestick

Bevor     ihr     Stickdesign     in     die     Produktion übergeht,   wird   es   erst   auf   der   Stickmaschine ein-   oder   mehrmals   probegestickt,   bis   auch   die letzten Details exakt stimmen. Falls     notwendig,     muss     der     Punch-Vorgang angepasst und wiederholt werden.

Produktion

Die   Produktion   erfolgt   dann   auf   einer   1-Kopf- Stickmaschine,    die    Designs    werden    bis    zu    6 Farben    vollautomatisch    gestickt.    Bei    einem Wechsel   von   Farbe   zu   Farbe   werden   die   Fäden automatisch   abgeschnitten   und   vernäht.   Evtl. auftretende     Fehler,     z.B.     Fadenbrüche     des Ober-     oder     Unterfadens     werden     von     der Maschine    sofort    erkannt    und    der    Vorgang unterbrochen.   Der   Fehler   wird   behoben   und anschließend        im        selben        Arbeitsgang nachgestickt,   so   dass   alle   unsere   Stickereien nahezu fehlerfrei die Maschine verlassen. Die zu bestickenden Teile werden bei der Produktion in Einzelrahmen genau an der Stelle eingespannt, an der die Stickerei erfolgen soll. Zur Stabilisierung des Stickgrundes wird ein Vlies oder eine Folie mit eingespannt, so dass später das Muster eine exakte Ausführung aufweist. Die Bestickung erfolgt mit einer Geschwindigkeit bis zu 1000 Stichen pro Minute. Nach Fertigstellung des Musters wird das bestickte Textil ausgespannt, das Vlies oder die Folie vorsichtig entfernt und die Stickerei nochmals genau kontrolliert.

Geschichte der Stickerei

Die   Stickerei   galt   schon   immer   als   klassisches Kunsthandwerk.       Aber       erst       durch       die industrielle   Revolution   konnten   veredelte   und farbige    Textilien    auch    dem    gemeinen    Volk zugänglich gemacht werden. Die    erste    Handstickmaschine    wurde    in    der Mitte      des      19.      Jahrhunderts      von      Franz Rittmeyer    und    Anton    Vogler    in    St.    Gallen entwickelt.   Die   Nadeln   besassen   ein   Öhr   in   der Mitte,    durch    welches    der    Faden    von    Hand eingefädelt    wurde.    Da    es    keine    Garnspulen gab,    musste    der    Faden    immer    wieder    neu eingefädelt   werden.   Der   Stoff   wurde   hochkant aufgespannt   und   entsprechend   der   Bewegung des         Pantographen         in         Stichrichtung weiterbewegt.    Das    Muster    wurde    Stich    für Stich abgefahren. Zeitgleich   erfand   Isaak   Groebli   in   der   Schweiz die    erste    Grobstick-    oder    Schifflimaschine. Groebli   kombinierte   die   Techniken   von   Web- und   Nähmaschinen   zu   einer   Stickmaschine.   Das Garn   kam   von   zwei   Spulen,   dem   Ober-   und Unterfaden.     Die     Bewegung     der     Maschine entsprach    auch    hier    dem    Abfahren    jeden Stiches am Pantographen.
Mit         der         Entwicklung         des         ersten Punchautomaten   im   Jahre   1896   trennte   sich der   klassische   Beruf   des   Stickers   in   Sticker   und Puncher. Beim   Punchen   wurde   bei   jeder   Bewegung   bzw. Klick   des   Pantographen   ein   Lochcode   in   einen langen      Pappstreifen,      der      Jacquardkarte, gestanzt.   Dieser   Code   wurde   an   der   Maschine in die Maschinenbewegungen umgesetzt. Während   sich   die   Stickereimaschinen   konstant von      den      mechanischen      Antrieben      über elektronische     zu     den     digitalen     Antrieben weiterentwickelten,    führte    erst    der    Einsatz von     Computern     beim     Punchen     zu     einer Vereinfachung    des    Arbeitsprozesses    und    der Entwicklung    erster    Punch-programme.    Durch das   Punchprogramm   musste   nicht   mehr   jeder einzelne    Stich    manuell    eingegeben    werden, sondern nur die Stichlänge. Heute     ersetzen     Digitalisierungstableaus     die Punchbretter.       Vorlagen       können       direkt eingescannt    und    am    Bildschirm    digitalisiert werden.    Obwohl    das    Punchprogramm    viele Arbeitsschritte   abnimmt,   benötigt   der   Puncher ein   tiefgehendes   Wissen   über   Stoffarten   und die Sticktechniken.  

Technologie der Computerstickerei

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